spiritbooks, Paperback

Preis 17,90 €, ISBN: 978-3-944587-03-5

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Doppellesung von Gleichklang & Lake Anna

Gleichklang

 

„Was will er hier?“ Die Ärztin Samantha fragt sich ernsthaft, ob sie halluziniert oder ihr das Leben – eben in diesem Moment – einen besonders abscheulichen Streich spielt. Keine fünf Meter entfernt, steht, ebenfalls ganz in Weiß, der Mann, dem es vor zehn Jahren völlig egal war, dass eine kurze Affäre mit ihr Folgen hatte. Und er strahlt sie an, als hätte er nur auf sie gewartet, um dort weiterzumachen, wo sie aufgehört hatten.

 

Hier beginnen die schrecklichsten Wochen, die Samantha je erlebt hat. Tom weiß nichts von seinem Sohn Patrick, der an der unheilbaren, chronischen Krankheit Hämophilie, der Bluterkrankheit, leidet. Samantha ist stolz auf Patrick, darauf, wie er mit seinem Leben umgeht, und sie wird ihn beschützen – auch vor seinem leiblichen Vater, aus Angst, dass Tom auch Patrick enttäuschen wird.

 

Als dann auch noch ihre Zwillingsschwester, die Anwältin Deborah, eine nicht weniger verzwickte Liebesgeschichte ins Haus bringt, geht endgültig alles Drunter und Drüber. Doch die Zwillinge halten zusammen, gemeinsam sind sie unschlagbar. Samantha weiß sich zu wehren und Deborah setzt ihren Charme ein, als sie plötzlich mit einem Stuttgarter Politskandal konfrontiert wird und nebenbei um die Liebe ihres Lebens kämpfen muss.

 

Erwähnenswert ist, dass die Autorin in diesem Roman ein ernstes Thema aufgegriffen hat: Die Hämophilie. Ulrike Dietmann von spiritbooks formuliert dies so: „Besonders berührend und mit großer Sachkenntnis beschreibt die Autorin den Umgang mit der Krankheit Hämophilie und inspiriert ihre Leser zu Kraft, Mut und Hoffnung.“

 

Die Autorin ist selbst Mutter eines fünfzehnjährigen hämophilen Jungen.

 

Den Liebesroman gibt es sowohl als Taschenbuch als auch als eBook im gesamten deutschen Buchhandel.

 

  • Hier ein Textauszug

     „Sie machen das, Deborah. Das ist Ihr Fall.“ Der Tag war gerettet! Dabei hatte er so mies begonnen. Eine wohlige Wärme durch¬flutete Deborah und sie war kurz davor, sich das kunstvoll verknotete Tuch vom Hals zu reißen. Nur wenige Sätze waren gefallen und der letzte schwebte noch immer im Raum. Das ist Ihr Fall! Yippie Yeah! Deborah wiederholte immer wieder in Gedanken diese Worte, während ihr Blick durch das Büro schweifte. Die Frühlingssonne strahlte warm ins Zimmer und tauchte die dunklen, antiken Möbel in ein geheimnisvolles Licht. Nicht ein Staubkörnchen war auf der Oberfläche zu sehen und die Akten lagen fein säuberlich geordnet auf einem Sideboard. Deborah saß ihrem Chef gegenüber und wusste nicht, ob sie grinsen, jubeln oder triumphierend auflachen sollte. Das ist Ihr Fall! Mit diesem einen Satz war ihr das bedeutendste Mandat in ihrer Laufbahn als Fachanwältin für Familienrecht zugeteilt worden. Dies konnte nur bedeuten, dass sie ihrem Traum, Partnerin in der Kanzlei zu werden, ein gutes Stück näher gerückt war. Halleluja! „Deborah, sind Sie noch bei mir? Sie sehen so abwesend aus.“ „Selbstverständlich, Herr Doktor von Serald. Ich bin schließlich multitaskingfähig und habe alles mitbekommen.“ Ihre Mundwinkel bewegten sich leicht nach oben. „Es gibt in dem Mandat einen Interessenskonflikt, haben Sie eben erklärt.“ Jetzt grinste sie richtig breit. Walter von Serald faltete die Hände und lehnte sich lächelnd in seinem Ledersessel zurück. „Und ich fürchtete schon, ich müsste noch einmal von vorn beginnen.“ Der Seniorchef der Anwaltskanzlei von Serald, Winter & Partner klärte sie seit ein paar Minuten über alle bisher bekannten Tatsachen des anstehenden Scheidungsverfahrens auf. Die zweiunddreißigjährige Deborah Groth sollte die Ehefrau eines Stuttgarter Bauunternehmers vertreten, der seine Noch-Ehefrau völlig ungeniert über den Tisch ziehen wollte. „Ich verlasse mich auf Sie, Deborah“, schloss Walter von Serald den Bericht ab. „Es ist eine kitzlige Angelegenheit. Wenn die Presse davon Wind bekommt, dann Gute Nacht dem guten Herrn Rabe. Vermutlich könnte er die Kandidatur für den Landtag glatt vergessen.“ „Sie wissen doch, dass ich mich immer auf die Schweigepflicht berufe und keine Auskunft gebe. Bei dieser heiklen Sache schon gar nicht.“ Das strahlende Lächeln war inzwischen in ihrem Gesicht wie festgezimmert. Sie stand auf und nahm die Akte, die ihr der Seniorchef über den Schreibtisch hinweg zuschob. „Vielen Dank für das Vertrauen.“ „Bei Fragen bin ich jederzeit für Sie zu sprechen, Deborah. Aber noch etwas anderes, wenn Sie schon mal hier sind. Hätten Sie noch ein paar Minuten Zeit für mich?“ Walter von Serald sah auf einmal sehr ernst aus. „Sicher. Sehr gern.“ Deborah setzte sich wieder, legte die Akte auf ihren Schoß und musterte beklommen ihr Gegenüber. Die weißen Haare fielen in seine gerunzelte Stirn, er trommelte mit den Fingern auf dem Schreibtisch und schwieg, während sein Blick suchend umherschweifte. „Wo habe ich es bloß?“, murmelte er. Ein ungutes Gefühl beschlich Deborah. Das Schweigen schien endlos anzudauern. „Ah, hier.“ Er zog einen Klarsichtordner hervor, in dem sich, wie sie wusste, ihre Personalakte befand. „Deborah, wir hatten am Wochenende unsere jährliche Partnerversammlung. Ich weiß nicht, ob Sie schon etwas gehört haben, aber in der Kanzlei wird sich einiges ändern. Wir müssen Mitte nächsten Jahres umziehen, unser Mietvertrag wurde nicht verlängert. Damit können wir auch gleich die Weichen für die Zukunft stellen. Wer geht mit, wer will sich verändern? Deshalb die Frage an Sie: Sie sind jetzt seit über sechs Jahren in unserer Kanzlei. Haben Sie sich schon mal über Ihre weitere Karriere Gedanken gemacht?“ PUFF! Der riesengroße Ballon in Deborahs Kopf zerplatzte und die Hülle segelte langsam mit einem müden Pff-fff auf den Boden der Tatsachen hinab. „Inwiefern?“ Zögernd fragte Deborah nach. Ihr Lächeln verschwand und in ihrer Brust bildete sich ein Knoten. „Nun ja. Meist wechseln die Kollegen nach ein paar Jahren in eine größere Kanzlei, machen sich selbständig oder heiraten …“ Mist, Mist, Mist! Zu früh gefreut! Inzwischen war der Knoten zu einem Doppelknoten angewachsen und ein Schlucken glückte nur sehr mühevoll. Sie räusperte sich unmerklich. Du bist so eine blöde Kuh, schimpfte sie sich lautlos. Von wegen, der Tag war gerettet – es wurde sogar noch unerfreulicher.

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